Warum Zusatzstoffe nicht gleich Tod bedeuten

55 Prozent der Bevölkerung versuchen, Zusatzstoffe beim Kauf von Lebensmitteln zu vermeiden. „Viele Menschen sorgen sich über mögliche gesundheitliche Folgen, gleichzeitig fühlen sie sich nicht gut über Zusatzstoffe informiert“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Lebensmittelzusatzstoffe werden in Europa streng geprüft. Nur wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der vorgesehenen Verwendung nicht zu erwarten sind, dürfen sie eingesetzt werden. “Trotz dieser strengen Regulierungen herrscht in der Öffentlichkeit oft eine negative Wahrnehmung gegenüber Zusatzstoffen (E-Nummern), die mit der Annahme verbunden ist, dass sie potenziell schädlich für die Gesundheit sein könnten. Doch ist diese Vorstellung wirklich gerechtfertigt? In diesem Artikel werden wir genauer betrachten, wie Zusatzstoffe tatsächlich verwendet und welche Maßnahmen ergriffen werden, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

MARKTKOST Lunch as a Service bietet eine Lunch-Option ohne zugesetzte Zusatzstoffe

Was sind Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe (E-Nummern) sind wichtige Bestandteile vieler Lebensmittel und werden aus verschiedenen Gründen zugesetzt. Sie dienen dazu, die Haltbarkeit zu verlängern, die Farbe zu verbessern, den Geschmack zu verstärken oder die Textur zu verändern. Ohne Zusatzstoffe wären viele Produkte nicht so haltbar oder ansprechend für den Verbraucher und spielen daher eine entscheidende Rolle in der Lebensmittelindustrie und tragen dazu bei, die Qualität und Vielfalt unserer Lebensmittel zu erhalten. 
Es ist wichtig zu verstehen, dass Zusatzstoffe strengen Kontrollen unterliegen und nur in begrenzten Mengen verwendet werden dürfen. Diese Kontrollen stellen sicher, dass die Zusatzstoffe sicher für den Verzehr sind und keine gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher darstellen. 

Wie werden Richtwerte für die Aufnahme festgelegt?

Die Ermittlung der unbedenklichen Richtwerte basiert auf wissenschaftlichen Studien und Daten zur Toxizität des Stoffes. Hierzu gibt es aktuell noch wenig Möglichkeiten, weswegen u.a. noch immer Tierversuche durchgeführt werden, bei denen die Konzentration des Wirkstoffs schrittweise erhöht wird, bis mögliche Veränderungen unterschiedlicher Natur (toxisch, krebserregend, mutagen, teratogen) in den Zellen erkennbar sind. Die Konzentration wird solange reduziert, bis keine Veränderung mehr feststellbar ist: dieser Punkt wird als “No-Effect Level” (NOEL) bezeichnet. Die ermittelte Konzentration wird schließlich um den Faktor 100 verringert, um den “Acceptable Daily Intake” (ADI-Wert) zu erhalten. Sprich die Menge eines Zusatzstoffes, der täglich bedenkenlos konsumiert werden kann. Dieser Wert dient dazu, Richtlinien für den sicheren Verzehr von Lebensmittelzusatzstoffen, Pestizidrückständen und anderen Chemikalien festzulegen, an die sich Lebensmittelhersteller halten müssen.

Wie (un)gesund sind Zusatzstoffe?

In vielen Köpfen herrscht nach wie vor das hartnäckige Vorurteil, dass Zusatzstoffe per se

ungesund sind. Doch was steckt wirklich hinter diesem Mythos? 

Die Realität ist komplexer als die schlichte Annahme, dass Zusatzstoffe von Grund auf schädlich für unsere Gesundheit sind. Tatsächlich werden alle Zusatzstoffe, die in unseren Lebensmitteln enthalten sind, umfangreichen Sicherheitsprüfungen unterzogen, bevor sie überhaupt auf den Markt kommen. Dementsprechend bedeutet das, dass sie in den zugelassenen Mengen als unbedenklich gelten. 

Dennoch gibt es bestimmte Zusatzstoffe, die eine besondere Aufmerksamkeit erfordern. Bei einigen wird empfohlen, ihre Aufnahme zu begrenzen, da sie potenzielle Risiken für die Gesundheit darstellen könnten, wenn sie in größeren Mengen konsumiert werden. Dabei handelt es sich jedoch nur um Ausnahmen.

Beispiele, die vermieden werden sollten

  • Tartrazin (E102): Ein gelber Farbstoff, der in vielen Süßigkeiten und Getränken verwendet wird. Dieser Farbstoff kann Atemprobleme, Heuschnupfen oder Hautausschläge auslösen. 

  • Azofarbstoffe (z.B. E110, E122, E124): Bei Azofarbstoffen handelt es sich um künstliche Farbzusätze, die in sehr hoher Dosierung ätzend sind. Neben Asthma und Allergien werden diese häufig mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen in Verbindung gebracht.

  • Benzoesäure (E210) und Benzoate (E211-E213): Dabei handelt es sich um Konservierungsmittel, die Verdauungsprobleme verursachen können. Außerdem stehen sie im Verdacht, Asthmatikern und Betroffene von Neurodermitis weitere allergische Reaktionen auszulösen.  

  • Aspartam (E951): Ein künstlicher Süßstoff, der oft in Diätgetränken und -Produkten verwendet wird. Aspartam steht im Verdacht Kopfschmerzen und andere neurologische Symptome zu verursachen.
© erierika (Istock)

Unbedenkliche Zusatzstoffe, die eigentlich jeder kennt

Wie bereits erwähnt sind die meisten Zusatzstoffe unbedenklich und hinter dem kryptischen Namen versteckt sich ein Stoff, den die meisten Verbraucher in einem anderen Kontext positiv gegenüberstehen- hier ein paar Beispiele:

  • Ascorbinsäure (Vitamin C, E300): Wird häufig als Antioxidationsmittel verwendet, um die Frische und Farbe von Lebensmitteln zu erhalten.

  • Citronensäure (E330): Ein natürlicher Säureregulator und Konservierungsmittel, das oft in Getränken und Süßwaren verwendet wird. 

  • Pektin (E440): Ein natürliches Geliermittel, das aus Früchten gewonnen und in Marmeladen und Gelees verwendet wird.

  • Natriumbikarbonat (Backsoda, E500): Ein Triebmittel, das in Backwaren verwendet wird, um Teige aufgehen zu lassen.

  • Kurkumin (E100): Ein natürlicher Farbstoff, der aus der Kurkumapflanze gewonnen wird und oft in Curry-Pulvern und Senf verwendet wird.

  • Paprikaextrakt (E160c): Ein natürlicher Farbstoff, der aus Paprika gewonnen wird und in Käse, Würstchen und Snacks verwendet wird.

Fazit

Die zunehmende Skepsis der Verbraucher gegenüber Zusatzstoffen hat dazu geführt, dass Unternehmen vermehrt auf alternative Lösungen setzen. Eine dieser Alternative ist die Entscheidung vieler Lebensmittelhersteller, nicht nur Zusatzstoffe auszuschreiben statt E-Nummern zu nennen, sondern verstärkt auf natürliche Inhaltsstoffe zu setzen - ein positiv beispiel hier ist der Lunch-Anbieter MARKTKOST, der seinen frisch gekochten Gerichten keinerlei Zusatzstoffe hinzufügt und stattdessen auf ein speziell entwickeltes Vakuumverfahren setzt.

Verbraucher können dazu beitragen, dass weniger Zusatzstoffe verwendet werden. Denn der hohe Anspruch an das äußere Erscheinungsbild, eine lange Haltbarkeit und ein intensiver Geschmack von Lebensmitteln, verleitet die Lebensmittelindustrie dazu, vermehrt auf Zusatzstoffe zurückzugreifen.

Zwei Tipps zum Schluss:

  1. Verstärkt auf Bio-Lebensmittel setzen! Die Richtlinien von Bio-Produkten sind um einiges strenger und sehr viele Stoffe dadurch gänzlich verboten.
  2. Selber kochen! Zusatzstoffe finden sich vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln. Wer sich selbst an den Herd stellt, hat entsprechend selbst in der Hand, welche Zutaten verwendet werden.

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